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Sulfatproblematik Wasserwerk Briesen

  • Fraktionsmitglied 2009-2014

    Sabine Niels

Kleine Anfrage „Sulfatproblematik Wasserwerk Briesen“ herunterladen (PDF, 195 KB)

(Nr. 3539 – Sabine Niels) Aus dem Wasserwerk Briesen versorgt die Frankfurter Wasser und Abwasser GmbH (FWA) in der Stadt Frankfurt (Oder) und der Umgebung etwa 65.000 Personen mit Trinkwasser. Das Wasserwerk bezieht sein Rohwasser zum Großteil aus der Spree, eine Zumischung mit Grundwasser erfolgt mit einem Anteil von etwa 40 Prozent. Be-reits seit dem Jahr 2001 zeichnet sich ein Problem mit zunehmenden Sulfatwerten im Spreewasser ab. Für Trinkwasser besteht ein Grenzwert von 250 mg Sulfat pro Liter, dieser Wert wird im Rohwasser aus der Spree mit 270 mg/l Sulfat bereits deutlich überschritten. Nur durch Verdünnung mit Grundwasser kann der Trinkwassergrenz-wert im Wasserwerk Briesen derzeit eingehalten werden.

Es wird davon ausgegangen, dass die Sulfatkonzentrationen im Spreewasser weiter steigen werden. Dies wird eine höhere Beimischungsquote an Grundwasser oder weitere technische Maßnahmen zur Eliminierung des Sulfats notwendig machen. Bei zu hohen Grundwasserentnahmen droht in Briesen auch noch eine Versalzung durch nachströmendes salinares Tiefenwasser.

Ich frage die Landesregierung:
1. Welche Bedeutung misst die Landesregierung dem Wasserwerk Briesen für die Trinkwassergewinnung von Frankfurt (Oder) und Umgebung zu?
2. Welche Sulfatkonzentrationen im Rohwasser aus der Spree und im aufbereiteten Trinkwasser am Wasserwerk Briesen sind der Landesregierung seit 2010 bekannt?
3. Wie beurteilt die Landesregierung die Entwicklung der Sulfatwerte des Rohwassers und des Reinwassers am Wasserwerk Briesen?
4. Welche weitere Entwicklung der Sulfatkonzentrationen des Rohwassers und des Reinwassers erwartet die Landesregierung für das Wasserwerk Briesen?
5. Auf welche Ursachen sind die hohen Sulfatwerte im Rohwasser aus der Spree
bei Briesen zurückzuführen?
6. Welcher einzuhaltende Zielwert für den Parameter Sulfat existiert für die Entnahmestelle an der Spree, die für das Wasserwerk Briesen relevant ist? Mit welchen Maßnahmen soll eine Einhaltung gewährleistet werden?
7. Ist der Landesregierung bekannt, ab welcher Grundwasserfördermenge eine Versalzung des Grundwassers am Standort Briesen zu erwarten ist? Gibt es hierzu bereits Untersuchungen/Gutachten? Wenn ja, wo sind diese veröffentlicht und was sind die wesentlichen Ergebnisse? Wenn nein, warum nicht?
8. Welche Maßnahmen wurden am Wasserwerk Briesen bereits umgesetzt, um eine Einhaltung des Trinkwassergrenzwertes von 250 mg/l für Sulfat zu gewährleisten? Wer ist bisher aus welchen Gründen für die Kosten aufgekommen?
9. Welche weiteren Maßnahmen sind geplant, um auch zukünftig eine Einhaltung des Trinkwassergrenzwertes für Sulfat im Wasserwerk Briesen zu gewährleisten? Wer ist aus welchen Gründen für die Finanzierung der Maßnahmen verantwortlich? Gilt hier das Verursacherprinzip?
10. Gibt es bereits Planungen, eine Entsalzungsanlage am Wasserwerk Briesen zu errichten? Wenn ja, wie ist der Stand (Zeitplan, Verantwortlichkeiten, Kosten/Finanzierung)? Wenn nein, schätzt die Landesregierung eine derartige Anlage nicht für notwendig ein?
11. Sieht die Landesregierung bei weiter steigenden Sulfatkonzentrationen in der Spree die Versorgungssicherheit des Raumes Frankfurt (Oder) und Umgebung mit Trinkwasser gewährleistet?