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Weniger Zughalte des RE 2 in Südbrandenburg

Heide Schinowsky:

Zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen mindestens zwei Halte des RE 2 auf der Strecke zwischen Cottbus und Königs Wusterhausen wegfallen, um die Fahrzeit des Regionalexpresses zu verkürzen und Anschlussverbindungen aufrechtzuerhalten. Im Gespräch sind die Haltepunkte Brand (Tropical Island), Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf. Bis Ende März muss der verbindliche Fahrplan bei der Deutschen Bahn bestellt werden.

Ich frage die Landesregierung: Welche Fahrzeit- und Taktverlängerungen im ÖPNV nach Berlin bzw. Cottbus würden sich durch den Wegfall des RE 2-Haltes für Fahr-gäste aus Brand, Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf ergeben?

Antwort der Landesregiering:

Präsidentin Stark: Für die Landesregierung antwortet Frau Ministerin Schneider.

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Sehr geehrte Abgeordnete Schinowsky, die Strecke des RE 2 ist nicht nur Ihre, sondern auch meine Lieblingsstrecke. Insofern haben wir da eine Verbindung.

(Frau Große [DIE LINKE]: Fahrgemeinschaft!)

- Wir könnten eine Fahrgemeinschaft bilden.

Aber wir sind nicht die Einzigen, und das ist gut so. Der RE 2 ist die zweitstärkste Linie nach dem RE 1. Durchschnittlich sind dort 6 500 Ein- und Aussteiger unterwegs. Das ist eine ganze Menge. Die Zahl nimmt in Richtung Berlin noch einmal zu und erreicht bis zu 8 500. Das Problem ist, dass der RE 2 im vergangenen Jahr auf dem Südteil eine Pünktlichkeit von 85 % hatte. Das ist völlig unzureichend. Das geht so nicht. Im Interesse der vielen Pendler in den Zügen auf dieser Strecke muss die Pünktlichkeit weit über 90 % erreichen.

Wir haben geprüft, wie das erreichbar ist. Die technischen Möglichkeiten sind angesichts technologischer Zwänge - Stadtbahn Berlin, Bahnhof Königs Wusterhausen, Eingleisigkeit der Strecke zwischen Lübbenau und Cottbus - begrenzt. Man kann den Zug also nicht schneller fahren lassen. Man kann keine Zeitpuffer einbauen. Insofern blieb als Lösungsmöglichkeit nur, darüber zu reden, die Fahrzeit durch die Einsparung von vier Minuten zu reduzieren; das entspricht zwei Halten.

Wir haben uns die Frequenz auf den Haltepunkten angeschaut. Es bleibt bei Kolkwitz und Kunersdorf - das ist eigentlich ein Halt, da alle zwei Stunden der jeweils andere Punkt bedient wird - und bei Raddusch. In Brand wird die RE 2 weiter halten wie bisher. Wir schränken die Halte ein, schließen aber keine Bahnhöfe. Ganz frühe und ganz späte Züge werden an allen Stationen halten. Auch der Einsetzerzug, den wir seit 2014 fahren, wird an allen Stationen halten.

In Zukunft geht es darum, den RE 2 - weil er so gut ist - noch mit einer Regionalbahn im Abschnitt Lübbenau - Cottbus zu verstärken. Das geht aber nicht sofort, sondern erst ab 2018, weil wir noch zwei große Baustellen haben - auf der Strecke Dresden-Berlin und der Frankfurter Bahn -, die Umleitungsverkehre verursachen, sodass wir keinen zusätzlichen Zug auf die Strecke nach Cottbus bekommen.

Was die zusätzlichen Fahrzeiten angeht, die Sie angesprochen haben, so sind wir mit den Landräten der betroffenen Landkreise im Gespräch, Bus-Bahn-Konzepte zu entwickeln. Das hat erst begonnen. Deswegen kann ich Ihnen noch keine Auskunft geben, wie es zum Schluss sein wird. Die Entfernungen kann man sich aber schon heute anschauen. Auf der Schiene sind es - das ist unterschiedlich - fünf bis sieben Kilometer. Die Strecken verlaufen ja fast parallel. Auf der Straße sind es sechs bis zehn Kilometer. Angesichts dieser Verhältnisse sollte es möglich sein, die Orte so anzubinden, dass sie auch einen vernünftigen Anschluss an die Zusteigemöglichkeiten des RE 2 haben.

Präsidentin Stark: Danke. - Frau Schinowsky hat Gelegenheit, drei Zusatzfragen zu stellen. Frau Schier ist dann die nächste Fragestellerin. Bitte schön, Frau Schinowsky.

Frau Schinowsky (B90/GRÜNE):

Ich versuche, meine Fragen zusammenzufassen. - Frau Ministerin, danke für den Hinweis auf die noch ausstehende Information zu den Bus-Bahn-Konzepten. Wir warten also hierauf, um Näheres zu erfahren.

Meine persönliche Erfahrung mit dem RE 2 ist, dass der Zug mitunter auch zu früh in Cottbus ankommt. Aber die Pünktlichkeit von 85 %, von der Sie sprachen, kommt der Realität wahrscheinlich näher. Mein Grundgefühl ist auch, dass der Anschluss nach Forst immer klappt. Aber gut, das nur am Rande. Was ich mich gefragt habe: Ist das eine Dauerlösung? Ich hatte es bisher so verstanden, dass es eine vorübergehende Lösung sein solle. Bei Ihnen klang das heute anders. Das ist im Grunde meine einzige richtige Nachfrage.

Ministerin Schneider:

Da der RE 2 dauerhaft beschleunigt werden muss, wird das von mir soeben geschilderte Haltekonzept dauerhaft sein. Aber die Bahnbedienung an den kleineren Stationen wird sich verbessern, sobald wir den RE 2 mit einer Regionalbahn auf dem Abschnitt, auf dem gegenwärtig keine Regionalbahn fährt, verstärken können. Dann haben wir wieder die Stundentaktbedienung an allen Stationen.