(Nr. 204) Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag MICHAEL JUNGCLAUS hat die Personalpolitik des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg bemängelt. Nach einem Bericht der Potsdamer Neuesten Nachrichten soll der Vertrag des amtierenden VBB-Chefs Hans-Werner Franz nicht verlängert werden, weil er sich zu kritisch zu den Missständen bei der Berliner S-Bahn GmbH geäußert habe. „Es kann doch wohl nicht sein, dass ein profilierter Nahverkehrsmanager kalt gestellt wird, nur weil er Missstände klar ausspricht, die offensichtlich sind. Die massiven Mängel bei der S-Bahn sind auf den radikalen Sparkurs des S-Bahn-Mutterkonzerns Deutsche Bahn AG zurückzuführen. Sie werden nicht dadurch behoben, dass man sie verschweigt.“
Anstelle Franz dafür zu bestrafen, dass er wunde Punkte als solche benannt habe, sollte die Rolle derjenigen beleuchtet werden, die aus diesem Grund gegen ihn agieren. MICHAEL JUNGCLAUS äußerte die Erwartung, dass sich Brandenburg als Gesellschafter des Verkehrsverbundes einer Personalpolitik verweigere, die kritische Stimmen nicht zulasse. Der VBB-Aufsichtsrat sollte die Gründe für seine Entscheidung darlegen. MICHAEL JUNGCLAUS unterstrich, dass seine Kritik keinerlei Wertung über die designierte Nachfolgerin von Franz beinhalte.
Gesellschafter des Verkehrsverbundes sind die Bundesländer Berlin und Brandenburg sowie unter anderem die 14 Landkreise und vier kreisfreien Städte. Er koordiniert die Angebote der in der Region tätigen Verkehrsunternehmen, unter anderem der Deutschen Bahn AG. Sie soll nach dem Medienbericht die deutlichste Kritik an Franz' Arbeit geäußert haben.