Kleine Anfrage „Import von Tierfuttermitteln“ herunterladen (PDF, 139 KB)
(Nr. 1188 – Benjamin Raschke) Das Land Brandenburg fördert mit Steuergeldern den Neu- und Ausbau von Ställen für Nutzgeflügel, Rinder und Schweine. Allein im Zeitraum von 1992 bis 2012 nahm die Anzahl der genehmigten Tierplätze in der Geflügelhaltung um fast 75 Prozent zu (vgl. Drucksache 6/1980). Für diese hohe Zahl an Tieren sind große Mengen an eiweißhaltigen Futtermitteln nötig. Brandenburg kann diesen Bedarf nicht aus eigenem Anbau decken.
Ich frage die Landesregierung:
1. Wieviel Tonnen Soja oder Sojaextraktionsschrot wurden in den letzten 3 Jahren, aufgeschlüsselt nach Jahren an Brandenburger Tiere verfüttert, die der Lebensmittelgewinnung dienten?
2. Wieviel Tonnen Eiweißpflanzen (Bohnen, Lupinen etc.) wurden in Brandenburg selbst angebaut? Wieviel Tonnen wurden hiervon für die Tierfütterung verwendet?
3. Wieviel Tonnen Soja oder Sojaextraktionsschrot wurden nach Brandenburg importiert? Welcher Anteil wurde für die Tierfütterung verwendet? Wie groß war der Anteil an gentechnisch verändertem Soja oder Sojaextraktionsschrot?
4. Aus welchen Nicht-EU-Ländern stammte das Soja oder Sojaextraktionsschrot zum überwiegenden Teil?
5. Wurden durch das Landeslabor Kontrollen bei Soja oder Sojaextraktionsschrot auf Pestizid- und Herbizidrückstände durchgeführt? Wenn ja, in welchem Umfang und mit welchen Ergebnissen? Wenn nein, warum nicht?
6. Mussten Chargen auf Grund von Belastungen beanstandet werden? Wenn ja, wann und wie viele? Woher stammten diese Chargen?
7. Fördert das Land zusätzlich zur allg. Agrarförderung den Anbau von eiweißliefernden Pflanzen in Brandenburg? Wenn ja, in welcher Form? Wenn nein, warum nicht?
8. Hat die Landesregierung Kenntnis davon, unter welchen sozialen und umweltbelastenden Umständen in den jeweiligen Anbauländern Soja und Öl liefernde Pflanzen angebaut werden? Wenn ja, welche Schlussfolgerungen zieht sie hieraus?