Kleine Anfrage „„Öl-Performance”-Zertifikat“ herunterladen (PDF, 208 KB)
(Nr. 2970 – Axel Vogel) Im Jahr 2007 hat das Land Brandenburg ein von der Schweitzer Großbank UBS entwickeltes, strukturiertes Rentenprodukt emittiert. Diese Anleihe hatte eine Laufzeit von September 2007 bis September 2012 und setzte auf fallende Ölpreise. „Die vierteljährliche Kuponzahlung hängt davon ab, ob der zugrunde liegende Rohstoff Öl während der Kuponperiode eine positive Performance aufweist. In diesem Fall erhält der Investor einen Kupon von 7.75% p.a." wie es in der Produktbeschreibung von UBS heißt. Der Käufer der Ölanleihe bekommt vierteljährlich 1,9375% Zinsen genau dann, wenn der Ölpreis (Spotpreis in US$, Nordseesorte Brent) im entsprechenden Quartalsvergleich gestiegen ist. Ob um 1 Cents oder 20 US$ ist dabei unerheblich, es kommt nur auf den grünen Pfeil nach oben an. Sollte der Ölpreis im Dreimonatsvergleich fallen oder unverändert notieren, fällt die Verzinsung des angelegten Betrages während dieser Periode komplett aus. Brandenburg würde damit also folglich, vereinfacht dargestellt, von fallenden Ölpreisen profitieren - oder anders ausgedrückt: Brandenburg hat sich gegen fallende Ölpreise ab gesichert.
Ich frage daher die Landesregierung:
- Auf Grund welcher Überlegungen hat sich die damalige Landesregierung dazu entschieden, eine solche Anlage auszugeben?
- Welche Rendite hat dieses „Öl-Performance-Zertifikat" während der Laufzeit insgesamt erzielt?
- Wurde die gesamte Summe platziert?
- Welcher Anteil entfiel dabei auf institutionelle Anleger?
- Wie hoch waren die auf die Gesamtheit bezogenen Kosten in Prozent? Bitte differenzieren nach Zinszahlungen und der vereinbarten Prämie.
- Welcher Mehraufwand ist dem Land Brandenburg durch die bekannt gewordenen Manipulationen des Euribor bei diesem Geschäft voraussichtlich entstanden (grober Schätzwert)?