Kleine Anfrage „Urangehalt im Wasserwerk Wildau und Altlasten ehemaliger Rieselfelder“ herunterladen (PDF, 1 MB)
(Nr. 314 – Benjamin Raschke) Am 15.8.2014 wurde im Trinkwasser des Wasserwerks Wildau ein Urangehalt gemessen, der den zulässigen Grenzwert von 0,01 mg/l überschritt (vgl. Drucksache 5/9507). Bei anderen Messungen waren signifikant erhöhte Uranwerte festgestellt worden. Durch Maßnahmen wie die Abschaltung eines von vier Tiefbrunnen und die Inbetriebnahme eines Abwehrbrunnens wurde der Uranwert auf ein zulässiges Maß gesenkt (vgl. Plenarprotokoll 6/3, zu Frage 26).
Laut einer gutachterlichen Bewertung im Auftrag des Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverbands MAWV soll das Uran aus ehemaligen Rieselfeldern stammen, in deren Einzugsbereich sich das Wasserwerk Wildau befindet. Das Uran soll von phosphathaltigen Waschmitteln herrühren, die im Abwasser auf den Rieselfeldern entsorgt wurden.
Ein Verantwortlicher des MAWV äußerte im Oktober 2014 gegenüber den Medien die Vermutung, die Uran-Fracht im Grundwasser werde sich weiter erhöhen. Als mit-telfristige Maßnahmen werde deshalb eine Aufbereitungsanlage geplant, die Uran aus dem Rohwasser entfernen soll. Des Weiteren wurde eine zusätzliche Untersuchung zur Quelle des Urans angekündigt.
Das Wasserwerk Wildau war bis 2004 mit einem Aufwand von ca. 0,8 Mio. € saniert worden. Nun stehen wegen der Uranproblematik weitere Aufwendungen an.
Ich frage die Landesregierung:
1. Wie hoch sind die im Wasserwerk Wildau gemessenen Uranwerte seit dem 07. November 2014? – Bitte wöchentlich oder monatlich aufschlüsseln.
2. Liegt eine neue Untersuchung zur Quelle des Urans im Wasserwerk Wildau vor? – Wenn ja, wie lauten die Ergebnisse und wo ist die Untersuchung einzusehen?
3. Ist die Annahme aus der ersten gutachterlichen Bewertung zutreffend, das Uran stamme aus in die umliegenden Rieselfelder verbrachten Waschmittelrückständen?
4. Um welche ehemaligen Rieselfelder handelt es sich und welche Ausdehnung haben diese? – Bitte einzeln aufschlüsseln.
5. Ist zu erwarten, dass die Uranbelastung im Einzugsbereich des Wasserwerks Wildau weiter zunimmt?
6. Gelangen weitere Schadstoffe aus den umliegenden Rieselfeldern in die für das Wasserwerk Wildau relevanten Schichten des Grundwassers? Welche sind dies und welche Entwicklung ist hier zu erwarten?
7. Bei der Schadstoffbelastung aufgelassener Rieselfelder handelt es sich um Altlasten. Wer kommt grundsätzlich für Kosten auf, die solche Altlasten, auch und besonders im trinkwasserrelevanten Bereich verursachen?
8. Hat der MAWV sich bereits für eine Aufbereitungsanlage zur Verringerung des Urangehalts entschieden? – Falls nein, wann ist eine Entscheidung zu erwarten?
9. Falls ja, welche Kosten entstehen durch Investition und Betrieb der Aufbereitungsanlage und wer trägt diese Kosten?
10. Wer kommt grundsätzlich für die Kosten auf, die durch das Uranproblem im Wasserwerk Wildau verursacht werden? – Allein die bislang getroffenen Maßnahmen (Änderung Betriebsregime Netzeinspeisung sowie Betrieb Abwehrbrunnen) wurden mit 20.000 € beziffert.
11. Gibt es eine Planung, wie die umliegenden Rieselfelder genutzt bzw. gestaltet werden sollen?
12. Ist eine Altlastensanierung dieser Rieselfelder geplant?
13. Zu welchem Zeitpunkt werden das Uranproblem und gegebenenfalls weitere Schadstoffprobleme im Wasserwerk Wildau dauerhaft gelöst sein? - Bitte Zeitplan benennen.