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Aktueller Stand Ambrosiabekämpfung 2016

Benjamin Raschke:

Augenzeugen berichteten, dass sich Ambrosia in diesem Jahr außergewöhnlich stark in der Region Vetschau/Drebkau ausbreiten. Straßenränder in und um Calau weisen flächendeckend Bewuchs von Ambrosia auf. Entlang der L 49 zwischen Vetschau und Lübbenau befinden sich mit kleinen Lücken Bestände der Pflanze auf einer Länge von mindestens 11 km.

Ich frage die Landesregierung: Wurden die Straßenmeistereien in Brandenburg angewiesen, Ambrosiabestände zu erfassen, im Ambrosiaatlas zu veröffentlichen und während der gesamten Vegetationsperiode nachhaltig, das heißt sowohl dauerhaft als auch ohne Einsatz gesundheitsgefährdender Mittel wie Glyphosat, zu bekämpfen?

Antwort der Landesregierung:

Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung Schneider: Herr Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Aufgefundene Ambrosiavorkommen werden im Landesbetrieb Straßenwesen erfasst und in den Ambrosiaatlas Berlin-Brandenburg eingepflegt. Der LS wird gleichzeitig auch von der Meldestelle des Landesamtes über Ambrosiavorkommen an Straßenrändern informiert. Der LS verfolgt dann auch bis an die Feldränder ein regelmäßiges Mahdregime zur Verhinderung von Blüten, insbesondere der Samenbildung. Gesundheitsgefährdende Mittel werden dabei zur Bekämpfung nicht eingesetzt.

Vizepräsident Dombrowski: Es gibt Nachfragen. - Bitte schön.

Raschke (B90/GRÜNE):

Zum einen wurde berichtet, dass nach der Blüte nicht mehr eingegriffen wurde. Da möchte ich noch einmal nachfragen, ob das wirklich während der gesamten Vegetationsphase geschieht und nicht nur bis zur Blüte. Zum zweiten besteht das Problem - das ist jetzt vielleicht keine Frage an Sie, sondern an den Landwirtschaftsminister -, nicht nur an Straßenrändern, sondern dieses Jahr in dramatischem Ausmaß flächendeckend auf ganzen Feldern; ich habe mir das selber angeschaut.

Deswegen wäre die Frage an den Landwirtschaftsminister: Wie werden die Landwirte unterstützt, um aktiv gegen Ambrosia vorzugehen? Es hilft ja nichts, wenn die Bestände an den Straßenrändern bekämpft werden und sich die Pflanzen dann von den Feldern aus wieder ausbreiten. - Vielen Dank.

Vizepräsident Dombrowski: Bitte schön.

Ministerin Schneider: Der richtige Zeitpunkt zur Bekämpfung wird in der Arbeitsgruppe, die dazu aktuell
existiert, abgestimmt. Wir haben ja auch schon vor einiger Zeit eine Beratung vor Ort installiert. Das war, glaube ich, schon im Jahre 2013 oder vorher - das weiß ich jetzt nicht mehr genau. Insofern wird die Bekämpfung so durchgeführt wie abgestimmt. Sicherlich ist das ein generelles Problem. Es handelt sich zwar um ein leicht bekämpfbares Unkraut, aber wenn ich jetzt einmal in Vertretung des Landwirtschaftsministers antworten darf:

(Minister Vogelsänger: Gerne!)

Überall dort, wo wir Abstandsflächen haben und keine Bekämpfung stattfindet, besteht die Gefahr für eine Verbreitung von Ambrosia. Da müssen sich alle Behörden, einschließlich der Umweltbehörden, noch einmal zusammensetzen und darüber reden, wie man das in den Griff bekommt.