Benjamin Raschke:
Seit mehreren Jahren wird zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Brandenburg das Mittel Dipel ES eingesetzt. Bereits im Jahr 2013 war Berichten zufolge versehentlich ein Kita-Spielplatz eingenebelt worden. Am 10. Mai 2016 wurden nun zwei Kinder in der Nähe von Pritzwalk mit Dipel ES besprüht. Der Einsatzleiter wurde mit der Aussage zitiert, es käme jedes Jahr vor, dass Menschen - versehentlich - mit Dipel ES besprüht würden. Im Ausschuss für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft habe ich daher die Frage gestellt, wie oft es bisher zu einem Besprühen kam. In der Antwort versicherte das Ministerium, abgesehen von dem Fall am 10. Mai 2016 sei kein weiterer Fall bekannt. Das Besprühen des Kita-Spielplatzes sei auch nie offiziell bestätigt worden. In der darauffolgenden Diskussion war aber vonseiten des Ministeriums von einer weiteren Person die Rede, die in Potsdam versehentlich mit Dipel ES besprüht worden war und daraufhin ein Krankenhaus aufgesucht hatte.
Ich frage daher erneut die Landesregierung: Wie oft wurden in Brandenburg Menschen bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners versehentlich mit Dipel ES besprüht?
Antwort der Landesregierung
Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Vogelsänger:
Herr Vizepräsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich will darauf verweisen, dass wir im Ausschuss umfassend über den Einsatz von Dipel ES zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners diskutiert haben. Wir haben erreicht, dass die Ausbreitung eingedämmt und der Neubefall in den letzten Jahren deutlich reduziert wurde. Die Bekämpfungsfläche im Wald und in den Siedlungsgebieten reduzierte sich von 11.616 Hektar im Jahr 2013 auf ca. 1.350 Hektar. Somit waren die Maßnahmen wirksam - mit Blick auf den Walderhalt, vor allen Dingen aber den Schutz der Bürgerinnen und Bürger. Insbesondere ein Kontakt mit Eichenprozessionsspinnern kann die Gesundheit der Bürger beeinträchtigen. Auswirkungen des Einsatzes des Mittels auf die menschliche Gesundheit sind hingegen nicht bekannt.
Kontakte von Personen mit Dipel ES sind ungewollt und bedauerliche - das sage ich deutlich: bedauerliche - Einzelfälle. Laut Recherche betraf das beim Überfliegen 2013 drei Personen an verschiedenen Orten sowie eine Gruppe von Erziehern und Kindern, 2014 eine Person, 2015 eine Person und 2016 zwei Personen. Ich habe den Unterschied zwischen 2013 und 2016 dargestellt. Wir haben im Landtag in der vorigen Legislaturperiode umfassend darüber diskutiert. Ich bin froh, dass wir die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners verhindern konnten. Sie ist eine große Gefährdung. Deshalb stehe ich zu dem Einsatz. Das ist eine riesige Leistung, was die Koordinierung betrifft. Auch im nächsten Jahr wird es nach meiner Einschätzung wieder einen Einsatz geben müssen. Ich halte ihn für gerechtfertigt, auch im Lichte dessen, was Sie geäußert haben. - Vielen Dank.