„Studie: „Strategische Ansätze für die Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz““ herunterladen (PDF, 3 MB)
Liebe Leser*innen,
wenngleich es noch keinen konkreten Zeitplan gibt, so zeichnet sich das Auslaufen der Braunkohle doch immer klarer ab. Grund hierfür sind zum einen die Klimaschutzziele von Bundes- und Landesregierung, die neben vielen anderen Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes auch den Ausstieg aus der Kohle erforderlich machen. Zudem hat die unflexible Energiegewinnung aus Kohle wegen der voranschreitenden Energiewende hin zu erneuerbaren Energien absehbar keinen Platz mehr im Energiesystem.
Gerade für die Energieregion Lausitz, wo heute noch die Arbeitsplätze vieler Menschen direkt und indirekt mit der Braunkohle verbunden sind, bedeutet der Ausstieg aus der Braunkohlewirtschaft große Veränderungen. Umso wichtiger ist es, jetzt schnellstmöglich gemeinsam Konzepte und Ideen zur präventiven Gestaltung des Strukturwandels zu entwickeln. Vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie wollten wir wissen, was auf kommunaler, Landes- und Bundesebene jetzt getan werden kann und muss, um einen ähnlich dramatischen Strukturbruch, wie wir ihn nach dem Mauerfall erlebt haben, zu vermeiden.
Wichtig ist es auch, Fehler aus anderen Regionen nicht zu wiederholen und gut zu überlegen, was jetzt wirklich nottut. Wir wollten wissen, ob die Erfahrungen, die im Rheinischen Braunkohlerevier gesammelt wurden, auch hier bei uns nützlich sein könnten. Je eher wir anfangen, in neuen Bahnen zu denken und entsprechende Vorsorge zu treffen, desto weniger Verwerfungen bringt das Auslaufen der Braunkohle mit sich.
In der Lausitz wird von verschiedenen Akteuren längst über Perspektiven für die Zeit nach der Braunkohleverstromung nachgedacht. Gleichwohl kommt der Landesregierung hierbei eine besondere Verantwortung zu: Sie muss eine aktive und dauerhafte Rolle bei der Gestaltung des Strukturwandels spielen und diesen Prozess mit einem entsprechenden Etat ausstatten.
Zeit für viele Versuche haben wir nicht, denn ein Strukturwandel braucht viel Zeit. Daher ist es so wichtig, jetzt die richtigen Schritte einzuleiten und dabei möglichst gut vorbereitet und umsichtig vorzugehen. Diese Kurzstudie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie zur politischen Begleitung des Wandels liefert dazu einen wertvollen Beitrag. Ich bin auf die Diskussion der hier vorgelegten Vorschläge sehr gespannt.