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Bild einer Blumenwiese Foto: Carla Kniestedt

Was bisher geschah: Dörferstammtisch

Notizen aus den bisherigen Stammtischen

Auftaktveranstaltung (10.05.2022)

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Mitschnitt des Dörferstammtischs auf youtube.com

Schwerpunkt 1: Freiflächen Solaranlagen und Bürgerenergie

Der Ausbau der Erneuerbaren gestaltet sich im ländlichen Raum nicht konfliktfrei. Teilnehmer*innen haben darüber gesprochen, dass es dringend neue Regelungen zu Erneuerbaren Energien in Landschaftsschutzgebieten braucht und über den Bedarf nach Regelungen von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen. Dabei wurde auch darüber gesprochen, wie Anwohner*innen besser von der erzeugten Energie profitieren können. Genossenschaftliche Organisationsformen, „Bürgerenergie“ kann hier einen Lösungsansatz bieten, sieht sich aber auch vor der Herausforderung, dass sie zu klein sind und damit oft aus der EEG-Förderung herausfallen. Hier braucht es mehr Gewissheit für die Aktiven, damit sich dieses Format weiter verbreiten kann. Gute Beispiele aus anderen Bundesländern zeigen, dass es möglich ist. Diese Fragen und auch die guten Beispiele wollen wir in einem unserer nächsten Stammtische aufgreifen, um vertieft darüber zu sprechen, welche Handlungsmöglichkeiten wir haben.

Schwerpunkt 2: Wohnraumentwicklung

Das Bild des Eigenheims im ländlichen Raum ist dominierend. Doch das Bild bröckelt. Eine große Herausforderung ist, dass viele Städter*innen ein Eigenheim auf dem Land als Zweitwohnung oder Feriensitz haben, diese Häuser dann aber über einen großen Zeitraum des Jahres leer stehen – was sich auch auf das Leben im Dorf auswirkt. Die Tendenz wird noch gefördert durch fehlende Förderprogramme: so sind durch LEADER zwar Ferienwohnungen förderfähig, aber kein eigener Wohnraum. Es fehlt generell an Förderprogrammen, die gezielt die Wohnraumentwicklung im ländlichen Raum unterstützen, insbesondere auch für Mehrfamilienhäuser. Weitere Probleme in der praktischen Umsetzung sind die Frage des Bauens und der Nutzungsumwidmung in der zweiten Reihe und der Unterscheidung von Innen- und Außenbereich. Die Probleme sind vielfältig, die Zuständigkeiten auch, so dass wir dieses Thema ebenfalls in einem eigenen Dörferstammtisch vertiefen wollen um zu schauen, was davon wir auf welcher Ebene angehen können.

Schwerpunkt 3: Fördermittel und LEADER

Fördermittel zu beantragen ist kompliziert. Das muss es aber nicht sein. Die LEADER-Richtlinie aus Sachsen zeigt, dass es auch einfacher geht. In Hinblick auf die neue Förderperiode am 2023 wurde viel über LEADER gesprochen und die Probleme, die in der Umsetzung entstehen. Wie viel Bürokratie muss tatsächlich sein? LEADER ist eigentlich für Privatpersonen und Initiativen gedacht, aber in der Realität sind für diese die Bewerbungsprozesse zu komplex, für Kommunen jedoch ein willkommener Topf um Infrastrukturmaßnahmen und Pflichtaufgaben zu erfüllen. Doch auch über die LEADER-Förderung hinaus ist das Fördermittelgeschäft kein leichtes. Zu erbringende Eigenanteile stellen insbesondere finanzschwache Kommunen (und das trifft auf die meisten Kommunen im ländlichen Raum zu) vor besondere Herausforderungen. Auch wenn es auf diese Problematik keine schnelle Antwort gibt, gäbe es doch Stellschrauben, an denen man drehen könnte, zum Beispiel, wenn Kommunen bei der Erarbeitung von Förderrichtlinien beteiligt würden.

Schwerpunkt 4: Mobilität

Die PlusBus-Linien haben die Mobilität im ländlichen Raum verbessert, doch das Ende der Messlatte ist noch nicht erreicht. Die Lösung für Mobilitätsfragen im ländlichen Raum gibt es nicht, das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Nutzer*innenfreundlichkeit nur schwer aufzulösen, Kreis- und Bundeslandgrenzen erhöhen bürokratische Hürden. Verschiedene Orte probieren unterschiedliche Lösungen aus; mehr Freiheiten, zum Beispiel durch Experimentierklauseln für Ruf- oder PlusBusse würden die Handlungsoptionen aber weiter auffächern. Angermünde wurde als gutes Beispiel genannt, weil es eine Mobilitätsgarantie zusichert. Von solchen Beispielen gilt es zu lernen.

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